AEJ Austria

Vereinigung der Europajournalisten AEJ Gruppe Österreich – Wir vernetzen Journalisten und Europa-Interessierte

Aktivitäten

26.11.2019:

17.15 Uhr:  AEJ-Gespräch mit Außenminister Alexander Schallenberg im Bundeskanzleramt. Bitte um Anmeldung unter aej.austria@gmail.com

6.11.2019:

18 Uhr:  Europa-Cafe im Bezirk:   „Staatsschulden, Nullzinsen und Wirtschafts-Abschwung: Ist die EU vorbereitet?

Podiums-Diskussion in der Bezirksvorstehung Wien-Wieden, Favoritenstraße 18

Mit Margit Schratzenstaller, Wirtschaftsforscherin, WIFO                 Marc Fähndrich, Wirtschaftspolitischer Leiter, EU-Kommission Wien                                                                                                         Christian Prantner, Finanzdienstleistungen und Konsumenten, Arbeiterkammer Wien

Moderation: Brigitte Rambossek, AEJ-Journalistin

Bitte um Anmeldung unter post@bv04.wien.gv.at

 

23.10.2019

PRESSEGESPRÄCH MIT DEM TÜRKISCHEN BOTSCHAFTER         ÜMIT YARDIM

Einladung der Vereinigung der Europäischen Journalisten (AEJ) und des Verbands der Auslandspresse in Wien.

Thema: Die aktuellen Entwicklungen in Nordsyrien und die   Bedeutung für Europa.

ORT:  Türkische Botschaft in Wien,   1040 Wien,   Prinz-Eugen-Straße 40

„Die EU hat nichts mitzureden“ – AEJ-Gespräch mit dem türkischen Botschafter Ümit Yardim zur Offensive in Nord-Syrien    Von Otmar Lahodynsky

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Botschafter Ümit Yardim (Foto: O. Lahodynsky)

Der türkische Botschafter in Wien, Ümit Yardim, erläuterte am 23. Oktober bei einem Treffen mit Mitgliedern der „Association of European Journalists“ (AEJ) und dem Verband der Auslandspresse die Hauptziele der türkischen Militäraktion in Nordsyrien. Die Türkei wolle sich mit der Schaffung eines bis zu 30 km breiten Sicherheitskordons an der Grenze zur Türkei vor der „Terrorgefahr“ durch die Kurdenmiliz YPG, PKK-Verbänden und Kämpfern des „Islamischen Staates“ schützen, was Yardim mit dem Artikel 51 der UN-Charta über die staatliche Selbstverteidigung und dem Adana-Abkommen von 1998 begründet, das Aktivitäten der PKK in Syrien untersagt. „Die PKK und YPG sind Terrororganisationen“ erklärte der Botschafter, der internationale Kritik an der Militärmission zurückwies.

Im östlichen Teil des nur zehn Kilometer breiten Korridors würden nach dem Abkommen von Sotschi russische Soldaten und syrische Grenzpolizei patroullieren. Die Türkei werde keinesfalls syrisches Territorium annektieren. Syrien müsse als souveräner Staat in den bestehenden Grenzen erhalten bleiben, möglichst als demokratischer Staat. Denn Syriens Staatschef Hafez-al Assad werde weiterhin von der Regierung in Ankara nicht anerkannt, betonte Yardim.

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Foto: O.Lahodynsky

Zur geplanten Rückführung von syrischen Flüchtlingen aus der Türkei gab der Boschafter keine Details bekannt. 3,5 Millionen syrische Flüchtlinge würden sich derzeit in der Türkei aufhalten. Viele von diesen wollten in ihre Heimatregionen zurück. Aber diese Rückführung würde nur freiwillig ablaufen. Zunächst müsste die Infrastruktur in dem Korridor hergestellt werden und auch eine ausreichende Sicherheit gewährleistet sein. Yardim sprach sich für eine „Geberkonferenz“ unter UN-Schirm aus, um Gelder für den Wiederaufbau der zerstörten syrischen Städte und Dörfer auftzutreiben. Zur Kritik aus EU-Hauptstädten bemerkte Yardim, dass die EU gerade in Krisensituationen „kein globaler Akteur“ sei. „Die EU ist in Syrien nicht mehr wichtig“, hielt er fest. Die Kritik der Mitgliedsstaaten nahm er gelassen: „Wenn man etwas zu einer Situation sagt, glauben die Menschen, dass man da etwas mitzureden hat. Das hat die EU aber nicht. Das hat sie nirgendwo.“

In der Türkei fand die Offensive laut Yardim in allen politischen und gesellschaftlichen Gruppen viel Zuspruch. „Die Oberhäupter der christlichen syrischen Kirchen und der jüdischen Gemeinden haben für den Erfolg der Soldaten im Einsatz gebetet“, sagte er. Er sei zudem „stolz“ auf das türkische Fußballnationalteam, das jüngst international in die Kritik geriet, weil die Spieler während der Nationalhymne geschlossenen einen militärischen Gruß zeigten, um ihre Unterstützung für die Offensive zu zeigen. Französische Fußball-Spieler hätten auch vor ihrem Präsidenten salutiert, was niemanden aufgeregt habe.

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Amnesty International: Vorwürfe gegen Türkei  mehr 
Flüchtlinge abgeschoben mehr

 

3.10.2019

APA-Redakteur Schütz übernimmt Präsidentschaft des AEJ-Österreich
Utl:  1962 gegründete Organisation um Förderung der europäischen Integration und Medienfreiheit bemüht =
Wien (APA) –
Edgar Schütz, Außenpolitik-Chef der APA – Austria Presse Agentur, ist zum Präsidenten des Vereins der Europajournalisten (AEJ) in Österreich gewählt worden. Er folgt in dieser Funktion Thomas Karabaczek, Leiter der APA-Wirtschaftsredaktion, nach. Die 1962 gegründete Organisation mit 20 Sektionen in europäischen Ländern bemüht sich um die Förderung der europäischen Integration und Medienfreiheit.

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Edgar Schütz und Thomas Karabaczek bei der Amts-Übergabe

Der Neue

„Edgar Schütz (54) ist seit 1986 in der APA tätig. Bis 1990 verfasste er im Bereich der Telefon-Tonbanddienste (1530/1540) Nachrichtenüberblicke (Weltnachrichten/Sport). Dann wechselte er in den Sport. Ab 1992 nahm Schütz eine APA-Pause. Er beendete sein Studium (Publizistik/Romanistik) mit einer Dissertation über österreichische JournalistInnen und PublizistInnen im Spanischen Bürgerkrieg (1936-39) und arbeitete als Freier Journalist für verschiedene Medien. 1997 kehrte „ed“ in die APA zurück, zuerst in das Chronik-Ressort, ehe er 1998 in die Außenpolitik wechselte. Dort widmete er sich neben dem allgemeinen Weltgeschehen und seinen Steckenpferden Spanien und Lateinamerika auch dem Schwerpunkt Balkan.

Gelegentlich gestaltet Edgar Schütz auch Radio-Features für die ORF-Ö1-Reisesendung „Ambiente“.

Das Team von AEJ Österreich dankt Thomas Karabaczek für zwei erfolgreiche Funktionsperioden, freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Präsidenten, Edgar Schütz, und wünscht auch ihm viel Erfolg!

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Das AEJ-Team (von links):  Edgar Schütz, Thomas Karabaczek, Monika Graf, Brigitte Rambossek, AEJ-Europa-Präsident Otmar Lahodynsky, Eva Pfisterer

 

12.6.2019:  EU-Beitritt bleibt „strategisches Ziel“ der Türkei

Türkischer Botschafter Ümit Yardim empfing AEJ-Mitglieder

Von Otmar Lahodynsky

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Der seit vier Monaten in Wien tätige Botschafter der Türkei, Ümit Yardim, empfing Mitglieder der „Association of European Journalists“ (AEJ) und des Verbands der Auslandspresse zu einem Antrittsgespräch. Er wünsche sich von den Österreichern mehr Empathie für sein Land. Die Türkei habe seit dem Putschversuch von 2016 einen umfassenden Kampf gegen Terrorismus führen müssen, so Yardim, der die Gülen-Organisation nicht beim Namen nennen wollte. Allein im Außenministerium habe man ein Viertel der Beschäftigten wegen deren Mitgliedschaft zu Gülen verloren.

Zur Pressefreiheit merkte Yardim an, dass in türkischen Medien weiterhin „konstruktive Kritik“ an der Regierung erlaubt sei. Zum Fall des österreichischen Bloggers und Studenten Max Zirngast wollte er sich nicht äußern. Die Türkei würde bei der Medienfreiheit zu streng beurteilt. Es gebe EU-Länder, die die Pressefreiheit ebenfalls eingeschränkt hatten. In der Türkei hätten viele Journalisten „Terrorpropaganda“ betrieben.

Für die Türkei bleibe die Vollmitgliedschaft in der EU weiterhin „strategisches Ziel“. Ankara hoffe auf eine Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen. Trotz der kritischen Haltung der österreichischen Regierung zum EU-Beitritt der Türkei setze er auf eine weitere Verbesserung der bilateralen Beziehungen. Im Jahr 2021 ist das gemeinsame kulturelle Jahr geplant, wodurch er sich intensivere Kontakte vor allem auf österreichischer Seite erhoffe. In türkischen Buchläden gebe es derzeit viele Bücher über Geschichte und Kultur Österreichs, das Interesse in Österreich für türkische Autorinnen und Autoren sei dagegen gering. AEJ-Präsident Lahodynsky erinnerte den Botschafter an die deutschen Übersetzungen der Werke von Orhan Pamuk und Asli Erdogan.

Wirtschaftlich sei der gegenseitige Warenaustausch mit drei Milliarden Euro hoch. Österreich sei mit Investitionen von zehn Milliarden Euro sogar der viertgrößte Investor in der Türkei. Im Tourismus erwartet die Türkei mehr Touristen aus Österreich. Die strengen Visa-Bestimmungen Österreichs behinderten Besuche türkischer Gäste.

 

25.5.2019:  Diskussion in Radio Stephansdom zur schwierigen Berichterstattung über Europa-Themen – mit AEJ-Europa-Präsident Otmar Lahodynsky und Adelheid Feilcke, Leiterin der Abteilung Internationale Angelegenheiten der Deutschen Welle mehr

 

18.05.2019: AEJ-Board trifft sich erstmals in Wien

 

24.04.2019 EU riskiert Verlust ihres Einflusses am Westbalkan

Kosovo-Botschafter Sami Ukelli informiert AEJ-Mitglieder

Von Otmar Lahodynsky

 

„Die EU riskiert, Einfluss und Vertrauen in den Westbalkan-Staaten zu verlieren.“ Denn Brüssel habe zuletzt immer wieder Zusagen nicht eingehalten oder falsche Hoffnungen geweckt. So eindringlich mahnte der Botschafter der Republik Kosovo, Sami Ukelli, am 24. April bei einer Diskussion mit Mitgliedern der österreichischen Sektion der „Association of European Journalists“ (AEJ) und des „Verbands der Auslandspresse in Wien“. Beim nächsten EU-Gipfel Ende Juni sollte daher die EU wie angekündigt die Beitrittsverhandlungen mit Albanien und der Republik  Nord-Mazedonien aufnehmen. Und bereits zuvor, beim Westbalkan-Gipfel am 29. April in Berlin, zu dem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingeladen haben, sollte auch eine Initiative für die ins Stocken geratenen Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo gestartet werden.

Ukelli kann sich ein Abgehen der Regierung in Prishtina von der 100-Prozent hohen Steuer auf Importe aus Serbien, die im November 2018 als Reaktion auf eine Reihe von „Provokationen“ aus Belgrad verhängt worden sei, vorstellen. Die Regierung Serbiens, welche die 2008 ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo als eigenen Staat nicht anerkennt, hatte unter anderem die Mitgliedschaft des Kosovo bei der Polizei-Kooperation Interpol erfolgreich verhindert. „Wir brauchen jetzt vertrauensbildende Maßnahmen“, so Ukelli.

Der zuvor zwischen dem Präsidenten des Kosovo, Hashim Thaci, und dem Präsidenten Serbiens, Alexander Vucic, diskutierte Gebietstausch zwischen beiden Ländern sei nicht vom Tisch, so Ukelli. Die EU habe dazu Vorbehalte geäußert, vor allem die deutsche Kanzlerin Merkel, die aber bis jetzt keine alternativen Vorschläge dazu gemacht habe.

Seit dem Westbalkan-Gipfel unter bulgarischem EU-Vorsitz vor einem Jahr herrsche „Stillstand“ in der Erweiterungspolitik der EU. Damals sei vor allem Frankreich von dem zuvor genannten Datum 2025 für die Aufnahme neuer Mitglieder abgerückt.

Ukelli betonte, dass sein Land ein hohes Wirtschaftswachstum von vier Prozent aufweise und auf internationale Investoren hoffe. Derzeit gebe es viele Firmengründungen im IT-Bereich. „Wir hoffen, dass der Kosovo zum Silicon Valley des Balkan wird“, so Ukelli. Auch die Absicherung der Auslands-Investitionen durch Schiedsgerichte werde laufend verbessert. Fünf EU-Staaten – Griechenland, Zypern, die Slowakei, Rumänien und Spanien – haben bislang die Republik Kosovo nicht anerkannt. Bewegung gebe es jetzt in Griechenland und in der Slowakei.

Im Kosovo sei zuletzt die Aufstellung eigener Streitkräfte angelaufen. Dafür habe es zuletzt auch „Rückenwind“ aus den USA und anderen NATO-Staaten gegeben.

Ende Juni werden im Kosovo Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der „Befreiung des Kosovo“ stattfinden.

 

 

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